willkommen österreich
März 10th, 2008willkommen österreich
röntgenaufnahme einer kultur: wenn man totenschädel mit blumen und girlanden und namen verziert, müßte man ein entspanntes, nahezu verspieltes verhältnis zum tode haben. plus oder minus gebeine. (hallstadt oder mexiko)
genausowenig wie sigmund freud in rom gebürtig schwer vorstellbar ist, ist jesus christus in papua neuguinea oder am nordpol gebürtig genausowenig erdenkbar- religion ist dort am dringlichsten, wo es kalt ist. und wo die angst vor dem sterben am größten ist. in diesem sinne ist der hunger der eifrigste missionar. eine europäische kultur, die aus inquisition, missionierung- und reliquiensucht entstanden ist, kann nur höchstblüten an stupiden neurosen treiben, die sich in spektakulären individualistischen und kapitalistischen sichtweisen entfalten.
vielleicht ist der papst ein netter kerl, vielleicht trägt gott sogar prada schuhe und einen goldenen bh- lasst uns alle gedeihen und vermehren und verwesen bis das auge bricht.
schade, dass die österreichischen k.u.k initialen nicht keck und kecker bedeuten- überanpassung an den adel ist ein zeichen von schwäche und die nichtstattfindende revolution mündet in eine kulturelle, kurzweilige blähung bis es wirklich im ganzen lande adelt.
aber sogar diese begriffe sind antiquiert:
“verkenne dich selbst und konsumiere” lautet die konjunktur, was immer das heißen soll, gar nicht so monströs, kostet aber viel an seele und vergangenheitsbewätigung- so willkommen in der immer wieder neuen zeit: neues brot und neue spiele für das neue volk- umgemünzt auf neu: einen plasma tv und einen mercedes benz.
März 9th, 2009 at 23:15
Und zeus ist an allem ist schuld.
Ja, ja – die büchse der pandora. erstens war sie – die pandora natürlich – ein von hephaistos hergestelltes künstliches geschöpf, das so unglaublich schön war, dass epimetheus nicht nein sagen konnte, als zeus sie ihm vermittelte. zweitens hatte sie ein kasterl mit besonderen gaben gefüllt unterm arm. diese gaben sollten viel unheil anrichten. nehmen wir an, dass pandora – neugierig wie frauen nun einmal sind – als erste die schatulle (wahrscheinlich war es ein tonkrug mit deckel?) öffnete und schon war es geschehen, alles unheil war entwichen. eine einzige gute gabe verblieb in der büchse – natürlich die hoffnung! und nehmen wir weiter an – wir bewegen uns ja im reich der mythologie– dass epimetheus, mißtrauisch, wie männer sind, noch einmal hinein schaute, und schon war die letzte, die einzig gute gabe – nämlich die hoffnung – futsch. damit hatte das goldene zeitalter sein ende. ungefähr so wie jetzt. nur sind es diesmal kriminelle banker gewesen und keine bösen götter. und wo bleibt das positive?
das positive war, dass pandora und epimetheus eine tochter mit dem schönen namen pyrrha hatten, die wiederum mit deukalion verbandelt war.
deukalion – dem sein papa, der prometheus empfohlen hatte, rechtzeitig ein schifferl zu bauen – und seine pyrrah waren die einzigen, die eine von zeus verursachte flut (die deukalische) überlebten und am parnassos strandeten. dort spielten sie mit steinen und warfen sie über die schulter. jene von pyrrah wurden mädels und jene von deukalion buben! so enfach war das damals. ist doch positiv…oder? demografisch gesehen, ja! es gibt einfach zu viel alte. mich eingenommen.
parnass! parnass! … so landen wir wieder bei der kunst, die manchmal auch mit kultur zu tun hat. sind dort nicht auch die musen zuhause?
bleibt eine letzte frage: warum PANDORA?
richard epikur
ps.: nicht so streng sein mit linz und österreich. wir sind nun einmal “behind the gloomy woods”