ambivalinz
Donnerstag, 10. Januar 2008 12:46
ambivalinz
linz reimt sich glücklicherweise mit provinz- gerechtfertigterweise oder ein bösartiges wortspiel? trotz aller historischen und industriellen widrigkeiten hat sich linz als moderne, saubere, elektronische hochburg etabliert. ihre wappen sind die nibelungenbrücke, die grottenbahn am pöstlingberg, die ars electronica, das lentos museum. und die vöest. das leben in linz fließt träge und scheinbar verschlafen vor sich hin, wie die blaue donau und die klangwolken am kulturhimmel. vieles liegt nach wie vor brach- ein potential an aufbaumöglichkeiten und an menschen, jenseits von konventionellem denken und reaktionären strukturen. ambivalinz: ambivalenz in dem sinne, dass linz zwischen provinzialität und selbstfindung balanciert, zwischen vergangenheit und zukunft. das kulturhauptstadtjahr dämmert unaufhaltsam. soll es bangen zwischen profilierung oder blamage, geschweige denn verunsicherung sein, oder ein dezidiertes, oberösterreichisches, kulturelles auftreten- im sinne der wirtschaftlichen erfolgsgeschichte des landes? weiterhin: ist linz schön? ist linz klein? was ist linz überhaupt? werden neue gebäude errichtet zur behübschung dessen, was verborgen bleibt? wird ein neues bewußtsein geschaffen, im sinne einer seichten toleranz, einer tiefgründigeren, kosmopolitischeren offenheit und erweiterung? viele fragen sind offen- jenseits aller rhetorik und kulturell- kapitalistischer schlauheit, bzw. schöngeistigkeit wird linz, als kulisse der kunst 2009 auf glanz und kulanz glatt poliert, hinz und kunz ihr wahres gesicht zeigen.
catherine pandora
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